Faktencheck als Produkt: unser Verifikations-Workflow
Verifikation ist kein nachträglicher Kontrollschritt, sondern ein eigenständiges Produkt. Wie wir Quellenarbeit so organisieren, dass jede Meldung hält.

Viele Redaktionen behandeln den Faktencheck als das, was am Ende noch schnell passiert, wenn die Zeit reicht. Wir behandeln ihn als Produkt mit eigenem Anspruch, eigenem Ablauf und eigener Dokumentation. Diese Haltung verändert die Qualität spürbar – und schützt vor genau den Fehlern, die das Vertrauen einer Marke dauerhaft beschädigen.
Verifikation beginnt vor dem Schreiben
Der häufigste Fehler ist, erst zu schreiben und dann zu prüfen. Bei uns beginnt die Verifikation früher: Schon bei der Recherche wird festgehalten, woher eine Information stammt, wie belastbar sie ist und ob eine Zweitquelle existiert. Diese Notizen wandern nicht in den Kopf, sondern ins System – nachvollziehbar, auch Wochen später. Wer eine Aussage belegen muss, soll nicht suchen, sondern nachschlagen.

Drei Stufen der Sicherheit
Nicht jede Aussage braucht denselben Aufwand. Wir arbeiten mit drei Stufen: Allgemein bekanntes lässt sich knapp belegen, strittige oder sensible Aussagen verlangen eine dokumentierte Zweitquelle, und besonders heikle Behauptungen gehen nicht ohne ausdrückliche Freigabe online. Diese Abstufung spart Zeit dort, wo sie unnötig wäre, und investiert sie dort, wo es zählt.
- Quellen werden bei der Recherche dokumentiert, nicht nachträglich
- Zweitquelle als Standard bei strittigen Aussagen
- Heikle Behauptungen nur mit dokumentierter Freigabe
- Korrekturen werden transparent gemacht, nicht verschwiegen
“Eine Meldung ist nur so stark wie ihre schwächste unbelegte Aussage.”
— Aus unserer Verifikations-Leitlinie
Warum sich der Aufwand rechnet
Ein dokumentierter Faktencheck wirkt zunächst aufwendig. In der Praxis spart er Zeit, weil er die teuren Korrekturschleifen verhindert, die nach einer Veröffentlichung entstehen. Eine zurückgezogene Meldung, eine Richtigstellung, ein verärgerter Auftraggeber – das kostet mehr als jede vorgelagerte Prüfung. Und für einen mittelgrossen Schweizer Fachverlag, mit dem wir zusammenarbeiten, war genau diese Verlässlichkeit der Grund, die Verifikation komplett auszulagern.
Faktencheck als Produkt zu denken heisst, ihn ernst zu nehmen: mit klaren Standards, dokumentierten Quellen und der Bereitschaft, eine Meldung zurückzuhalten, bis sie hält. Genau das ist es, was Nachrichten tragfähig macht.
Branchenbrief
Fundierte Einblicke direkt ins Postfach?
Abonnieren Sie unseren Branchenbrief und erhalten Sie alle zwei Wochen Einblicke in Nachrichtenproduktion, Medientechnik und redaktionelle Workflows – jederzeit abbestellbar.